Steffen Schumann ist Gründer des Neuen Kupferhofs, einem Kurzzeit-Zuhause für pflegebedürftige Kinder und ihre Familien in der Nähe von Hamburg.
Steffen gründete aus eigener Betroffenheit heraus. Sein Sohn war mehrfach schwerbehindert auf die Welt gekommen. Gepflegt wurde er zu Hause, aber Pause, so lernten Steffen und seine Familie schnell, ist für pflegende Eltern und auch Geschwisterkinder nicht vorgesehen, Urlaub im klassischen Sinne gar nicht möglich.
Deshalb gründete Steffen Hände für Kinder gemeinsam mit Freunden und baute den Neuen Kupferhof auf. Steffen beschreibt den Kupferhof als Akkuladestation, die verhindert, dass pflegende Angehörige zusammenbrechen.
Als Ergänzung zu den bestehenden Kinderhospizen werden pflegebedürftige Kinder aus ganz Deutschland bis zu 28 Tage im Jahr im Kupferhof aufgenommen. Dort kümmert sich ein erfahrenes Team aus examinierten Pflegefachkräften und Heilerziehungspfleger:innen rund um die Uhr um sie. Eltern und Kinder können in den Familienzimmern des Neuen Kupferhofs wohnen. So können Familien zusammenbleiben, pflegende Angehörige zur Ruhe kommen.
Einrichtungen wie den Neuen Kupferhof kann man in Deutschland an einer Hand abzählen. Mir war nicht bewusst, wie groß diese Leerstelle ist. Zu oft passiert es, dass pflegebedürftige Menschen in Pflegeheime müssen, weil ihre Angehörigen es einfach nicht mehr schaffen. Das ist weder im Sinne der betroffenen Familien, noch im Sinne eines jetzt schon überlasteten Pflegesystems.
Es ist ein Gespräch über die Pflege geliebter Menschen geworden, über die schönen und schweren Momente, die damit einhergehen, über ein System, das keine Pause für pflegende Eltern vorsieht, die Notwendigkeit, Trauer zu durchleben und über Hoffnung als Kraftquelle.