Seit mehr als zwanzig Jahren beschäftige ich mich mit der Frage, wie wir als Gesellschaft miteinander leben wollen, und wie Demokratie auch in Zeiten von Krisen, technologischen Umbrüchen und wachsender Polarisierung lebendig bleiben kann. Mit dem HOPEPUNK Podcast, in Vorträgen und in meiner Arbeit als Beraterin richte ich den Blick auf Menschen, Projekte und Ideen, die persönlichen oder gesellschaftlichen Herausforderungen mit Hoffnung und Zuversicht begegnen. Mich interessieren die Geschichten von Menschen, die Herausforderungen annehmen und bewältigen, Brücken bauen, Verantwortung für gesellschaftliche Themen übernehmen und zeigen, welch verbindende und konstruktive Kraft in unseren Gesellschaften steckt.
Die Motivation hinter meiner beruflichen Tätigkeit liegt im Privaten: ich wurde in Spanien geboren, bin in Deutschland, den USA und England aufgewachsen, habe in der Schweiz (und in den USA) studiert. Es folgten weitere Stationen in Frankreich und den USA. Inzwischen habe ich den Großteil meines Lebens in Deutschland gelebt. Dem Ort, an dem ich lebe, fühle ich mich sehr verbunden. Als Europäerin bin ich dankbar für den politischen und rechtlichen Rahmen, der es mir erlaubt, mich frei in Europa zu bewegen. Ich bin mir dessen bewusst, dass dies ein Privileg ist, das nicht allen Menschen zuteil kommt.
Lebensverändernd war für mich die schwere Erkrankung meines Mannes an der komplexen Multisystemerkrankung ME/CFS und die damit verbundene Care-Arbeit. Zu sehen, wie hilflos wir noch sind im Angesicht dieser Erkrankung, die allein in Deutschland ca. 650.000 Menschen betrifft und jährlich volkswirtschaftliche Kosten von mehr als 60 Mrd. Euro verursacht, und mit welch einer Kraft und Würde ein Mensch ein Schicksal tragen kann, hat meinen Blick auf die Welt verändert. Durch meinen Mann habe ich gelernt, dass Hoffnung eine Entscheidung ist – und wie viel Kraft in Verbindung, Mitgefühl und gegenseitiger Unterstützung liegen kann.
Mehr Informationen zu ME/CFS gibt es z.B. bei der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS (www.mecfs.de).
Nach meiner Promotion im Bereich Staatswissenschaften an der Universität St. Gallen führte mich mein Weg an die Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis. Ich gründete einen Verein (Publixphere e.V.), der politisch interessierte junge Menschen in Verbindung mit etablierten Institutionen und Entscheidungsträgern bringen sollte. Ich forschte zu politischer Öffentlichkeit in Europa an der Freien Universität Berlin, koordinierte ein internationales Forschungsnetzwerk (Network of Internet & Society Research Centers) am Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft (HIIG) und ging als Fellow und Affiliate an das Berkman Klein Center for Internet & Society an der Harvard University. Dort arbeitete ich an der Schnittstelle von Demokratie, Öffentlichkeit und digitalem Wandel, stets mit Schwerpunkt Europa. Als Mitgründerin von Alliance4Europe und Initiatorin des Podcasts HOPEPUNK engagiere ich mich bis heute für eine widerstandsfähige demokratische Gesellschaft.
Aus dieser Verbindung von persönlicher Erfahrung und gesellschaftlicher Arbeit entstand der Podcast HOPEPUNK. Der Begriff „hopepunk“ wurde ursprünglich von Fantasy-Autorin Alexandra Rowland ins Leben gerufen, mehr Kontext gibt es hier. Ich bin Alexandra sehr dankbar dafür, dass sie die Nutzung des Begriffs durch Andere, diesen Podcast eingeschlossen, explizit unterstützen.
Zukunft braucht ein Nachdenken mit Empathie und Neugier statt Zynismus, mit Menschlichkeit statt Resignation und mit dem Mut, das Verbindende über das Trennende zu stellen. Denn ich bin überzeugt: wenn wir unseren Blick auf das richten, was in unserer Gesellschaft funktioniert, dann haben wir auch im Angesicht der aktuellen Herausforderungen die Chance auf eine gute Zukunft.
Hoffnung ist die Entscheidung, sie gemeinsam zu gestalten.